Artikel über Max Kohn
Im Schloß Bourglinster - Humorist und Philosoph
Marianne Eisen, Luxemburger Wort, Donnerstag den 6. Mai 2010
Eine Ausstellung des Künstlers Max Kohn
Wer in diesen Frühlingstagen im malerischen Bourglinster die Räume des Schlosses betritt, den wird sogleich die Kunstausstellung im zweiten Stock in ihren Bann ziehen. Zuerst fallen die figurativen Ölgemälde in großen Formaten auf, dann die Tusche- und Kohlezeichnungen, Aquarelle, Linoldrucke, sowie die Skulpturen aus Metall, Sandstein und Eiche des luxemburgischen Malers und Bildhauers Max Kohn.
Es ist ein vielseitiger Künstler mit Leib und Seele, der noch mit alten Techniken arbeitet.
Ohne Kompromisse wagt Max Kohn es, figurativ zu zeichnen und zu malen, setzt sich am liebsten mit Themen auseinander, die Landschaften, Pflanzen, Tiere und Menschen betreffen, wobei der weibliche Körper Vorrang hat.
Viel Humor und ein Augenzwinkern stecken in seinen zahlreichen Tuschezeichnungen. Naturformen bringt er in einfachen Linien ganz spielerisch aufs Papier und auch seine Kohlezeichnungen zeigen eine spezielle Art von Linienführung, die sogar auf den Seelenzustand und das Temperament des Künstlers Rückschlüsse zulassen.
Er stellt Berühmtheiten wie Melusina und die Schneegöttin aus seiner Sicht dar und zeichnet mit Vorliebe die imaginären Frauen bekannter Künstler wie Madame Van Gogh, Madame Utamaro, Frau Klimt, Frau Dürer, Frau Goethe und Signora Modigliani. Humorvoll und ernst zugleich präsentieren sich auch seine Ölgemälde wie z.B. "Tsunami", das drei Grazien mit üppigen Rundungen im Bikini am Meeresstrand vor einer herannahenden Welle zeigt.
Monumentale Werke
Einen besonderen Platz hat er in seinen Gemälden den Hasen eingeräumt, er malt sie großformatig, meist paarweise in verschiedenen Farben und Perspektiven. Er sieht die Mümmelmänner symbolisch für die bedrohte Natur, ein Titel zu einem Hasenbild, ein Hase wo aus dieser Welt zu flüchten scheint: "Verschwunden der Hase, verschwindet die Biene, folgt bald der Mensch"...
...Die Metallskulptur "OLE" und die Sandsteinskulptur "Torso" tragen ebenfalls seine eigenwillige Handschrift. Als passionierter Bildhauer schuf Max Kohn seit jeher monumentale Werke in Holz und Stein.
Max Kohn hat seinen Weg in der Kunst gefunden und seinen eigenen Stil entwickelt, der in keine Richtung oder Schule einzuordnen ist. Mit Talent, Einfühlungsvermögen, Humor und Passion gibt er sich ganz der Kunst hin, um diese stets variierenden kraftvollen Werke zu schaffen.
Bis zum 16. Mai 2010 im Schloß Bourglinster. Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr. Samstags und Sonntags von 15-19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers
Afrikanische Bäume und chinesische Vasen
Marianne Eisen, Luxemburger Wort, Mittwoch den 2. Juni 1999
Aquarelle und Skulpturen von Max Kohn im Keramikatelier Hesperingen
Wüstenlandschaften in Aquarell mit schwarzen Tuschekonturen, Palmen an Stränden in Tunesien, Kamele im Sand – überhaupt Nordafrikanische Eindrücke – sind hervorstechende Themen der Ausstellung von Max Kohn. Dabei konzentriert er sich auf das Wesentliche, verzichtet auf überflüssige Details und beschränkt sich auf wenige Farben. Er gibt seinen Bäumen jedoch viel Bewegung, sie werden vom Wind geschüttelt und ragen krumm und schief in den blauen Himmel. Auf Reisen nach Nordafrika, Mallorca und Italien hat der Künstler viele neue Eindrücke gesammelt, die sich auf seine Bilder auswirken. Er macht sich Skizzen vor Ort von majestätischen Palmen, knorrigen Olivenbäumen und exotischen Blumen und von der ganzen üppigen Vegetation des Mittelmeerraumes, die sich dann in seinen Tuschen und Aquarellen wiederfindet.
Durch Konturen in Tusche setzt er ganz bewusst Akzente, koloriert mit wenig Aquarellfarbe und lässt so krumm gewachsene Blüten und Pflanzen entstehen, wie in der Serie "Fiori". Dabei stellt er die Zweige und Blumen auch in transparente Vasen, oder er malt nur chinesische Vasen, in Blau, Weiß und Schwarz. Inspiriert von der japanischen und chinesischen Malerei, hat er viele neue Ideen bekommen und verwendet mit Vorliebe deshalb auch Chinatusche für die Konturen seiner Aquarelle und für seine zahlreichen Akte, die er nur als schwarzweiße Tuschezeichnungen präsentiert.
Seit kurzem hat der Künstler sein Atelier vom Ösling in die Kulturfabrik Esch verlegt. Früher arbeitete er gern mit Metall, nun ist er zur Terracotta übergegangen. Er formt kleine Skulpturen aus weißem und rötlichem Lehm, die etwas bizarr, man könnte sagen, skurril wirken. Sie sind keineswegs formvollendet, haben Ecken und Kanten. Den weiblichen Körper stellt er in der Serie "Nu couché" und "Torse" eher humorvoll dar. Max Kohn bevorzugt es frei zu arbeiten und seinen eigenen Stil zu entfalten, der in keine Richtung oder Schule geht.
Ausstellung Max Kohn in Diekirch
Walter Frey, Berlin, Luxemburger Wort, 8. November 1997
Leserbrief an das Luxemburger Wort.
Ich wende mich an Sie mit meiner Meinung und meinen Eindrücken, die ich beim Besuch einer Kunstaustellung in Diekirch gewonnen habe. Es handelt sich um die sehr gut gestaltete Werkschau des Bildhauers und Zeichners Max Kohn in einer Bank des Städchens Diekirch.
Ich war sehr überrascht, in dieser kleinen ,ruhigen Stadt einem Künstler von solcher Virtuosität und Meisterschaft zu begegnen. Normalerweise, wenn überhaupt heute noch kann man solche Ausstellungen nur in großen Galerien oder Museen erleben.
Wie Max Kohn die Techniken Bildhauerei und Zeichnung beherrscht, gepaart mit einer blühenden Phantasie und einer erfindungsreichen Formensprache, ist heutzutage schon eine Seltenheit. Wieviele Künstler wagen, oder können es es noch wagen, den Weg der Figuration einzuschlagen, diesen Weg, wo es keine Tricks und Halbwahrheiten gibt. Wieviele Künstler besitzen noch diese Fähigkeiten, sich mit menschlichen oder aus der Tierwelt gegebenen Themen auseinanderzusetzen?
In einer Welt, in der die bildende Kunst zum größtenteil zur Dekoration und zu Platitüden verkommen ist, in welcher handwerkliches Können und Talent keine Berechtigung mehr zu haben scheinen, setzt uns Max Kohn ein anderes Beispiel vor. Vielleicht liegt die Ursache aber auch bei uns Betrachtern oder bei den sogenannten Kunstliebhabern, dass die figurative Kunst weniger Beachtung erfährt. Vielleicht gibt man sich allzuschnell mit dem Tapetenmusterkatalog gegenstandsloser Maler und Bildhauer zufrieden.
Die Ausstellung in Diekirch ist ein Fest fürs Auge, und eines ist klar festzustellen, Bildhauer und Zeichner mit den künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten eines Max Kohn haben Seltenheitswert! Ob es sich um Steinbildhauerei, Eisenskulpturen oder Zeichnungen handelt, dieser Künstler besitzt Talent, Virtuosität, Gefühl für Formen und paart dies mit Phantasie, Humor, Tragik, geschichtlichem und kulturellem Background. Allesamt beachtliche Qualitäten, die auch heute noch Bestand haben sollten.
Ich wünsche dem Künstler und seinem Werk dieAnerkenngung und den Erfolg den beiden gebührt. Gehen Sie nicht achtlos an dieser Werkschau vorbei, sie könnten etwas verpassen, nämlich Genuß und Freude.
Unter dem Einfluß des Jazz
Marianne Eisen, Luxemburger Wort, 18. Mai 1998
Skulpturen und Zeichnungen von Max Kohn in der Galerie Art&Passion in Esch-sur-Alzette
"Jazzbäume" betitelt der luxemburgische Maler und Bildhauer Max Kohn zwei seiner Bilder. Es sind nicht etwa Jazz tanzende Bäume, sondern sie entstanden vielmehr beim Höhren von Jazzmusik und haben den Rhythmus in sich. Nach dem langen Winter hat der Künstler sich den Frühling mit seinen grünenden Bäumen in Chinatusche und Aquarell einfach herbeigemalt. Aber auch seine Aktzeichnungen in schwarzer Chinatusche und seine Skulpturen in Stein und Metall wurden unter dem Einfluß von Jazz und Barockmusik gefertigt. Die beschwingten, rhythmischen Töne inspirieren den Künstler und geben ihm die Energie, die er zum arbeiten braucht. Dabei bewegen ihn vor allem drei Hauptthemen: Körperstudien, Bäume und Kühe, die zu seinen Lieblingstieren gehören,und sie sind immer wieder in seinen Zeichnungen und Metallskulpturen zu finden.
Skurril, bizarr, aus glänzenden Metallstücken zusammengeschweißt stehen seine "Rindviecher" auf eisernen Beinen. Mit einer Inoxskulptur zeigt Max Kohn, wie Zeus , in einen Stier verwandelt, die schöne Europa nach Kreta entführt. Humorvoll und lustig präsentiert sich sein Werk "Sporting Life", ein bemalte Frauenfigur mit Pferdekopf unter einer roten Laterne stehend. Max Kohn sieht vor allem zur Zeit seine Stärke in der Metallbildhauerei- obwohl er auch gut mit Hammer und Meissel umgehen kann, was seine Steinreliefs beweisen. Von großem Charme ist sein Sandsteinrelief "Der Künstler und sein Modell".

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