Max Kohn hätte es leicht haben können. Wäre es nach dem Willen seiner Eltern gegangen, würde er heute den Beruf des Anwalts ausüben oder zumindest Büroangestellter sein. Zumindest hätte er, so der wohlwollende Hintergedanke einen Beruf erlernt, den er sitzend ausüben könne. Denn Max Kohn ist seit seiner Kindheit gehbehindert - die Folgen einer heimtückischen Infektionskrankheit: Poliomyelitis, im Volksmund Kinderlähmung genannt.
Wenn man sich über Max Kohns individuelle oder wie er sagt "eigenartige" Darstellungsweise, über seine Formen und seinen Bildbau klar werden will, ist es am besten mit seinen Zeichnungen zu beginnen und mit dem Satz des Philosophen und Denkers Francis Bacon aus dem Jahre 1625: "Es ist keine erlesene Schönheit, die nicht etwas Seltsames in der Proportion besitzt" Ein Zitat, das mir in einem Skizzenbuch des Künstlers auffiel.

Français
English